Selten nähe ich auch mal eine Tasche. Neben der Arya von Machwerk habe ich vor einiger Zeit noch die Madrid aus dem Seamwork Mag von Colette genäht. Hergehalten hat ein Reststoff von einem noch nicht verbloggten Mantel und ein weiterer Rest von einem Marikmekko-Stoff, der hier im Hause hauptberuflich die Kissen ziert.

Die Anleitung war prima und die Tasche wird auch gern ausgeführt.

Besonders stolz bin ich auf das Zusammentreffen der Paspel, im mittleren Bild müsste das ganz gut zu sehen sein. 

Und beim Thema Taschen möchte ich Euch einen Ausstellungsbesuch sehr ans Herz legen: Ich war kurzfristig in Amsterdam und weil das Wetter nicht gerade prima war folgte ich der Empfehlung meines Reiseführers, doch mal das Taschenmuseum in Amsterdam anzuschauen. Und das war wirklich sehr nett. Ausgestellt sind hauptsächlich Handtaschen für Damen, beginnend mit dem Mittelalter. Unfassbar, was damals so gewerkelt wurde. Aber irgendwo musste die Frau ja ihr Nähzeug verstauen, deshalb wurde z.B. gern mal gestrickt:

Ich kriege ja schon einen Anfall wenn ich diese feinen Nadeln sehe! Sehr originell fand ich auch die Idee, Nähkram einfach als Kettenanhänger mit sich herumzuschleppen:

Ganz links hängt der Fingerhut, dann kommt das Maßband, daneben das Nadelkissen, ein Notizblock, die Nähnadeln, eine Schere und den rechtsaussen habe ich schon wieder vergessen. Bestimmt der Trenner, ich glaube nicht dass man früher ohne dieses Werkzeug ausgekommen ist. Diese Kette wurde aber nicht um den Hals getragen sondern am Gürtel befestigt. Dort, wo auch gern Haustürschlüssel aufbewahrt wurden.

Zwischen 1920 und 1925 waren Perlentaschen der letzte Schrei:

Und für die Damen von der Küste

Vielleicht war die Besitzerin auch Opernfan und liebte den fliegenden Holländer. 

Auch skurrile Taschen gibt es dort zu bewundern, gern auch maritim:

Ausserdem ganz wunderschöne Art Deco-Taschen, natürlich Modelle von Gucci, Fendi, Hermes (die berühmte Kelly Bag nach Grace Kelly)  und allen anderen grossen Designern. Ausserdem läuft gerade eine Sonderaustellung “Royal Handballs”. Nicht nur Maxima hat ein paar Teile rausgehauen, auch von der Queen ist eine Handtasche zu bewundern. Dazu gibt es Informationen, was die Queen eigentlich in ihrem Büdel so rumschleppt und dass es bei formellen Anlässen, zu denen lt. Zeremonie die Dame keine Tasche tragen darf, ein Träger extra hinterherläuft mit dem ganzen Krempel der Royals. Herrlich!

In dem Museum gibt es auch ein kleines Café für die Pause zwischendurch. Und dort gibt es auch einen High Tea, da werden zum Tee kleine Köstlichkeiten wie Scones mit Clotted Cream und Lavendelmarmelade gereicht.

Hauptsächlich wird diese Ausstellung natürlich durch Frauen besucht und dadurch ergibt sich ziemlich schnell Kontakt mit den anderen Besucherinnen, wenn man wieder sabbernd vor einer Vitrine steht. Eine wirklich lohnende Ausstellung. Der Eintritt beträgt 12,50 Euro, für die Sonderausstellung Royal Handbags kommen noch mal 1,50 Euro drauf. Für 14 Euro zwar ein nicht ganz günstiger, aber sehr inspirierender Spass.

Infos findet Ihr auf der Seite vom Taschenmuseum Amsterdam unter  Taschenmuseum Amsterdam.

 

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5 comments

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Hallo Tanja, wie toll, dass Du eine spannende Zeit in Amsterdam hattest. Taschen werden ja immer gebraucht! Deine Tasche sieht sehr gut aus. Aus dem gefleckten Stoff habe ich mir eine Einkaufttasche genäht, die sehr oft mit in den Supermarkt darf. Lg Mirka

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Deine Tasche ist wunderbar! Ich nähe auch eher selten Taschen, das Material kostet meistens so viel, wie eine “richtige” im Laden. Dann muss es schon etwas besonderes sein und Deine Tasche ist es definitiv.
Alles Liebe,
Marianne

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Allein dieses ganze Kleingedöns wie D-Ringe und PiPaPo. Taschennähen macht wahrscheinlich erst so richtig Spass wenn man allerlei Vorrat hat. LG, tanja

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Wunderbar ist Dein Bericht über das Taschenmuseum. Es ist unglaublich was man alles entdecken kann, wenn man die Hemmschwelle Museum = langweilig überwunden hat. Vielleicht waren Museen früher langweilig, oder man war einfach selber zu jung. Jetzt finde ich Museen oft richtig interessant/oder gut gemacht. Deine selbstgenähte Tasche gefällt mir sehr und wenn sie oft getragen wird, umso besser. LG Kuestensocke

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Das Taschenmuseum war sogar ein TopTipp in meinem Reiseführer. Früher fand ich Museen auch doof, das war Kultur, bah. Das ist heute anders, gottseidank. LG, Tanja

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